Struktur

Das Nationale Suizidpräventionsprogramm ist ein bundesweites kooperatives Netzwerk mit dem Ziel der Förderung, Entwicklung und Fortentwicklung der Suizidprävention in Deutschland sowie deren öfentlicher Verbreitung. Es besteht aus den Teilnehmenden an der Allianz für Suizidprävention, der Versammlung der Allianz für Suizidprävention, der Steuerungsgruppe, der geschäftsführenden Leitung, den Arbeitsgruppen und dem wissenschaftlichen Beirat.

Die Struktur des NaSPro

Der Allianz für Suizidprävention können Organisationen, Dach- und Fachverbände, (politische) Institutionen, Stiftungen, Körperschaften des öfentlichen Rechts, Arbeitsgemeinschaften und Initiativen und andere Netzwerke angehören. Sie unterstützen mit ihrer Teilnahme die Ziele des NaSPro und verbinden damit die Absicht, den Gedanken der Suizidprävention und suizidpräventive Maßnahmen in ihrem jeweiligen Bereich zu fördern. Die Teilnehmenden sind aufgefordert, ihre Expertise in die Arbeitsgruppen des NaSPro einzubringen. Die Teilnehmenden können jeweils einen stimmberechtigten Delegierten in die Versammlung der Allianz für Suizidprävention entsenden.

Die Versammlung der Allianz für Suizidprävention wird jährlich einberufen und findet öfentlich im Rahmen einer Tagung statt. Sie soll über die Arbeit des NaSPro und der Arbeitsgruppen informiert werden, wählt drei Mitglieder der Steuerungsgruppe und bestätigt die Leitung. Sie kann zur Entwicklung des Gesamtprogramms beitragen, indem sie relevante Interventionsbereiche, Initiativen und Arbeitsgruppen vorschlägt. Die Leitenden der Arbeitsgruppen, die Steuerungsgruppe und der wissenschaftliche Beirat sind zu der Versammlung der Allianz für Suizidprävention einzuladen.

Die Steuerungsgruppe besteht aus folgenden Mitgliedern:

- zwei von der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) entsendeten Mitgliedern,
- einem von der Deutschen Akademie für Suizidprävention (DASP) entsendeten Mitglied,
- einem von der Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung suizidalen Verhaltens entsendeten Mitglied,
- drei von der Allianz für Suizidprävention entsendeten Mitgliedern.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und die Gesundheitsministerkonferenz sind zu den Sitzungen der Steuerungsgruppe einzuladen und haben Rederecht.

Die Steuerungsgruppe schlägt die Mitglieder der geschäftsführenden Leitung des NaSPro vor und beruft diese nach der Bestätigung durch die Versammlung der Allianz für Suizidprävention. Sie kontrolliert die Leitung und kann einzelne Mitglieder abberufen. Sie beruft und entlässt ebenso die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates und bestimmt dessen Sprecher*in. Die Steuerungsgruppe wird von der Leitung des NaSPro regelmäßig über ihre Aktivitäten informiert. Sie schlichtet oder entscheidet im Falle von Diferenzen zwischen den Arbeitsgruppen und der Leitung. Die Steuerungsgruppe bestimmt eine Sprecherin/einen Sprecher und gibt sich eine Geschäftsordnung. Die Steuerungsgruppe bestimmt über die Struktur des NaSPro und kann Einzelheiten im Rahmen einer Satzung oder von Bestimmungen regeln.

Die Leitung kann aus bis zu drei Mitgliedern bestehen und arbeitet ehrenamtlich und kooperativ. Die Mitglieder der Leitung sollen kompetent und vernetzt auf dem Gebiet der Suizidprävention sein. Sie können maximal auf die Dauer von zweimal vier Jahren berufen werden. Die Leitung koordiniert die Arbeit des NaSPro und erhält den Rahmen aufrecht. Die Leitung organisiert die zentralen Trefen (einschließlich der Versammlung der Allianz für Suizidprävention), das Erstellen von Materialien, verwaltet die Finanzen, initiiert und koordiniert Stellungnahmen, koordiniert die Medien- und Öfentlichkeitsarbeit und vertritt das NaSPro nach außen. Sie initiiert Projekte und Arbeitsgruppen, nimmt Arbeitsgruppen auf und bestätigt deren Leitung. Sie verpflichtet sich der wissenschaftlichen Integrität von Veröfentlichungen und deren Orientierung an den Zielen des Programms. Sie sorgt für die Unabhängigkeit des Programms von wirtschaftlichen, politischen/ ideologischen und anderen Interessen. Die geschäftsführende Leitung des NaSPro spricht in ihren Stellungnahmen und Pressemitteilungen nicht für die Gesamtheit der Teilnehmenden der Allianz für Suizidprävention. Die Leitung richtet eine Geschäftsstelle ein, welche sie bei der alltäglichen Arbeit unterstützt. Die Geschäftsstelle sollte hauptamtlich besetzt sein.

Die Arbeitsgruppen sind der Kern der Arbeit des NaSPro. Sie bestehen aus Expertinnen und Experten der jeweilig fachlich-thematischen Bereiche. Sie können weitere Expertinnen und Experten zur Bearbeitung der jeweiligen Aufgaben hinzuziehen. Sie haben die Aufgabe, Interventionen auf den Ebenen der indizierten, selektiven und universellen Prävention zu entwickeln, hierbei jeweils geschlechterspezifische Aspekte zu berücksichtigen und Vorschläge für die Evaluation zu erarbeiten . Zu den Aufgaben der Arbeitsgruppen sollen im Einzelnen gehören: 1) die Erfassung der Probleme und Erhebung von Defiziten im jeweiligen Bereich, 2) die Sichtung bisheriger Initiativen und Ergebnisse in dem jeweiligen Bereich, 3) die Erarbeitung von Projektvorschlägen und Maßnahmen, 4) die Initiierung von Projekten, deren Begleitung und Umsetzung, 5) die Förderung der Vernetzung in ihrem Bereich, 6) die Einwerbung von Mitteln sowie 7) die Erstellung von Materialien. Die Arbeitsgruppen organisieren sich in Eigenverantwortung und wählen ihre Leitung mit einfacher Mehrheit. Arbeitsgruppenleitende können die Steuerungsgruppe bitten, Entscheidungen der geschäftsführenden Leitung des NaSPro zu überprüfen und ggf. zu revidieren.

Der wissenschaftliche Beirat besteht aus international anerkannten Expertinnen und Experten der Suizidprävention. Die vom NaSPro und seinen Arbeitsgruppen vorgeschlagenen und durchgeführten Projekte und Maßnahmen werden vom wissenschaftlichen Beirat wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Er kann bei Bedarf weitere Expertinnen und Experten zur Mitarbeit heranziehen. Um die Unabhängigkeit der Evaluation zu gewährleisten, dürfen die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates nicht in den Strukturen das NaSPro mitarbeiten.

Die Deutsche Akademie für Suizidprävention (DASP) ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein. Die Mitglieder der Akademie sind anerkannte Experten auf dem Feld der Suizidprävention. Die Akademie empfängt und verwaltet dem NaSPro zugewiesene finanzielle Mittel, kontrolliert deren Verwendung und unterstützt -soweit möglich- das NaSPro organisatorisch.