Internationale Tagung · Suizidalität und Suizidprävention

Suizidprävention wirksam verankern

Aufklären, qualifizieren, Reichweite erhöhen, Dialog fördern

Termin

Montag, 7. September 2026 | 10:00–18:00 Uhr
Dienstag, 8. September 2026 | 09:00–16:00 Uhr

Ort

Kaiserin-Friedrich-Stiftung, Robert-Koch-Platz 7, 10115 Berlin

Veranstalter

Nationales Suizidpräventionsprogramm (NaSPro)/
Deutsche Akademie für Suizidprävention (DASP)

Organisator

Deutsche Akademie für Suizidprävention (DASP)

Wissenschaftliche Leitung

Meryam Schouler-Ocak, Reinhard Lindner

Organisation

Sina Müller, Georg Fiedler, Reinhard Lindner, Frank Schwab, 
Barbara Schneider, Barbara Urban

Anmeldung

unter E-Mail: tagung@naspro.de

Teilnahmegebühren

keine

Für diese Veranstaltung wird von der Ärztekammer Berlin nachstehende Punktzahl für die ärztliche
Fortbildung anerkannt: am 7.9.26: 6 Punkte, am 8.9.26: 3 Punkte.


Einladung • Programm • MontagDienstagAffiliationen • Abstracts • Vorträge • Workshops • Arbeitsgruppen


Einladung

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir laden Sie herzlich ein zu der Tagung „Suizidprävention wirksam verankern – Aufklären, qualifizieren, Reichweite erhöhen, Dialog fördern“

Die bestehenden Angebote des Gesundheitssystems und der Suizidprävention erreichen viele suizidgefährdete Menschen nicht oder nicht rechtzeitig. Wie können Zugänge verbessert, Reichweiten erhöht und suizidpräventive Angebote so gestaltet und miteinander verbunden werden, dass deutlich mehr Menschen von ihnen erreicht werden?

Im Mittelpunkt der Tagung stehen die Akteurinnen und Akteure der Suizidprävention und ihre unterschiedlichen Perspektiven: klinische Versorgung, Beratung und Intervention vor Ort und online, suizidpräventive Netzwerke, Forschung und Wissenschaft, Menschen mit eigener Erfahrung und Hinterbliebene sowie Akteure aus Exekutive und Legislative. Die Tagung soll den fach- und sektorenübergreifenden Dialog fördern, Möglichkeiten zum Austausch und zur Qualifizierung eröffnen und dazu beitragen, wirksame Ansätze stärker in Praxis- und Regelstrukturen zu verankern.

Nationale und internationale Fachleute bringen ihre Erfahrungen, Angebote und Projekte in Vorträgen, Workshops und Diskussionen ein. Zugleich bietet die Tagung Raum für den Austausch zwischen unterschiedlichen Handlungsfeldern und für die Vernetzung der beteiligten Akteurinnen und Akteure.

Die Tagung knüpft an aktuelle Entwicklungen in Deutschland an, insbesondere an die Suizidpräventionsstrategie des Bundes, die Initiative für ein Suizidpräventionsgesetz und die geplante Einrichtung einer Bundesfachstelle Suizidprävention. Sie soll dazu beitragen, Wissen zusammenzuführen, Erfahrungen auszutauschen und Perspektiven für die weitere Entwicklung suizidpräventiver Strukturen und Angebote zu diskutieren.

Wir laden Sie herzlich ein, Ihre Erfahrungen und Perspektiven einzubringen und sich an diesem Austausch zu beteiligen.

Reinhard Lindner, Barbara Schneider, Frank Schwab, Sina Müller, Barbara Urban und Georg Fiedler

Nationales Suizidpräventionsprogramm (NaSPro) 
Deutsche Akademie für Suizidprävention (DASP)

Programm

Veranstaltungstag: Montag, 7. September 2026 | 10:00–18:00 Uhr

10:00–10:30

ANKUNFT

Ankommen / Registrierung
Ort: Foyer
10:30–11:00

Begrüßung und Grußworte

Ort: Hörsaal

Moderation: Sina Müller

Grußworte:

Begrüßung: NaSPro- Barbara Schneider
International Association for Suicide Prevention (IASP): Jo Robinson
Wissenschaftlicher Beirat NaSPro: Annette Erlangsen
Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS): Ute Lewitzka
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP): Claudia Bausewein
Deutsche Akademie für Suizidprävention (DASP): Georg Fiedler
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN): Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank

11:00–12:30

VORTRÄGE

Ort: Hörsaal

Moderation: Barbara Schneider

V1 Wen erreicht die Suizidprävention in Deutschland – und wen nicht?

Georg Fiedler, Reinhard Lindner, Sina Müller, Frank Schwab, Barbara Schneider

V2 Präventionsstrategien: wie können psychische Erkrankungen und Suizide verhindert werden

Malek Bajbouj

V3 Nationale Rufnummer zur Suizidprävention: Aufbau, Erfahrungen und Herausforderungen: Annette Erlangsen

12:30–13:30

Mittagspause

Ort: Foyer

13:30–15:00

VORTRÄGE UND WORKSHOPS

VORTRÄGE

Ort: Hörsaal

Moderation: Frank Schwab

V4 Methodenrestriktion und ihre Bedeutung in der Suizidprävention

Referierende: Katharina König, Tobias Teismann

V5 suiLearning: Grundkurs Suizidprävention im Gesundheitswesen

Sina Müller, Georg Fiedler, Frank Schwab, Barbara Schneider, Reinhard Lindner

V6 Suizidprävention in der Grünen Branche

Referierende: Regina Eichinger-Schönberger, Christian Hetzel

WORKSHOPS

W1 Strategien zur Erhöhung der Reichweite suizidpräventiver Maßnahmen

Moderation: Georg Fiedler
Ort: Raum 2

W10 Arbeitsgruppe Junge Menschen: Zwischen Vertrauen und Verantwortung: Wenn Minderjährige Suizidgedanken offenbaren - Rechtliche und emotionale Herausforderungen und der Umgang mit möglichen Dilemmata

Ralf Palik, Sibylle Löschber
Raum 3

15:00–15:30

Kaffeepause

Ort: Foyer

15:30–17:00

VORTRAG und WORKSHOPS

VORTRAG

Ort: Hörsaal
Moderation: Pamina Daus

V7 Quo vadis assistierter Suizid in Deutschland?
Vortrag und Diskussion

Referierender: Reinhard Lindner

WORKSHOPS

W6 Suizidprävention in der Landwirtschaft- Transfer in den ländlichen Raum?

Eichinger-Schönberger Regina, Hetzel Christian
Ort: Hörsaal

Workshop 11 Sensible fiktionale Narration: Wenn Suizidprävention und Filmproduktion kooperieren am Beispiel von „Flügel aus Beton“

Frank Schwab,
Ort: Raum 2

W3 Wie können die bestehenden Angebote der telefonischen und onlinebasierten Suizidprävention in eine bundesweit einheitliche Rufnummer zur Suizidprävention einbezogen werden?

Moderation: Barbara Schneider, Georg Fiedler
Ort: Raum 3

17:00–17:30

Pause

Ort: Foyer

17:30–19:00

PODIUMSDISKUSSION

Ort: Hörsaal

Was sollte eine demokratische Gesellschaft für die Suizidprävention leisten? Was können die Akteure leisten?

Moderation: Burkhard Plemper
Teilnehmende

Winfried Hardinghaus, Deutscher Ethikrat
Claudia Bausewein, Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)
Reinhard Lindner, Nationales Suizidpräventionsprogramm (NaSPro)
Detlev Heiden, AGUS (Angehörige um Suizid)
Georg Fiedler (Deutsche Akademie für Suizidprävention(DASP))

19:00–21:00

COME TOGETHER

Ort: Foyer

Die beiden geschäftsführenden Leiter:innen des Nationalen Suizidpräventionsprogramms, Frau Prof. Barbara Schneider und Herr Prof. Reinhard Lindner laden Sie herzlich zu einem zwanglosen Come-together in die Räume der Kaiserin-Friedrich-Stiftung ein.

Veranstaltungstag: Dienstag, 8. September 2026 | 09:00–16:00 Uhr

08:30–09:00

ANKUNFT

Ort: Foyer

09:00–10:30

VORTRÄGE

Ort: Hörsaal

Arbeitsgruppen des Nationalen Suizidpräventionsprogramms

Moderation: Frank Schwab

N1 Die AG ‚Alte Menschen‘ im NaSPro

Arno Drinkmann, Uwe Sperling

N2 Aktuelles aus der BAG Suizidprävention im Justizvollzug

Maja Meischner-Al-Mousawi, AG Justizvollzug

N3 Junge Menschen im Fokus der Suizidprävention: Die Arbeit der AG Junge Menschen im NaSPro

Christin Janine Grevenhaus, AG Junge Menschen

N4 Raus aus der Hürde, rein in den Kontakt: Erfahrungswissen für eine zugängliche Suizidprävention

Pam Metzeler, AG Erfahrene

N5 Suizidprävention in der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit

Frank Schwab, AG Medien

N6 Hinterbliebene

Detlev Heiden, Selbsthilfe von und für Suizidbetroffene durch AGUS

N7 Regionale Netzwerke Suizidprävention – Stand und Entwicklung in Deutschland

Heidi Graf, Soeren Hauke AG Regionale Netzwerke

N8 Die Arbeitsgruppe Grüne Branche

Regina Eichinger-Schönberger, Christian Hetzel, AG Grüne Branche

N9 Die AG Neurodivergenz & Neurologische Vielfalt

Milena Wolf, Rebecca Lefèvre, AG Neurodivergenz & Neurologische Vielfalt

N 10 Verfügbarkeit von Suizidmethoden und -mitteln

Katharina König, Tobias Teismann

10:30–11:00

Pause

Ort: Foyer

11:00–12:30

WORKSHOPS

W5 Wie kann das Lernprogramm suiLearning im Gesundheitswesen implementiert werden?

Moderation: Reinhard Lindner
Ort: Hörsaal

W12 Crossmedia in der Suizidprävention - eine Kampagne zum Welttag der Suizidprävention

Frank Schwab, Emilia Gögl und Arbeitsgruppe Regionale Netzwerke
Ort: Raum 2

W14 Suizidprävention auf kantonaler Ebene – Erfahrungen aus dem Kanton Zürich (Schweiz)

Martina Blaser
Ort: Raum 3

W15 „Gefunden!“ - Suizidpräventive Hilfsangebote schnell und passgenau finden

Mattis Hunting, Almut Eckhof
Ort: Raum 4

12:30–13:30

Mittagspause

Ort: Foyer
 

13:30–15:00

WORKSHOPS

W7 Wie kann die Suizidprävention eine attraktive Alternative zur Suizidassistenz sein?

Frank Schwab, Georg Fiedler
Ort: Hörsaal

W13 Wie könnte gute Suizidprävention für ältere Menschen aussehen

Arno Drinkmann, Uwe Sperling
Ort: Raum 2

W8 Register zur Erfassung und Analyse assistierter Suizide (RegAS)

Claudia Bausewein
Ort: Raum 3

15:00–15:15

ABSCHLUSS

 

15:15–16:00

Treffen der Allianz für Suizidprävention

Ort: Hörsaal

Affiliationen

Prof. Dr. Malek Bajbouj

Einsteinprofessor für Psychiatrie und Affektive Neurowissenschaften
Direktor, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Campus Mitte
Direktor, Internationale Angelegenheiten
Charité – Universitätsmedizin Berlin
malek.bajbouj@charite.de

Prof. Dr. Claudia Bausewein

Klinik für Palliativmedizin, LMU Klinikum München
Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin
claudia.bausewein@med.uni-muenchen.de

Martina Blaser, M.Sc.

Leitung Programm Suizidprävention Kanton Zürich
martina.blaser@uzh.ch

Pamina Daus, M.Sc

Universität Kassel
pamina.daus@uni-kassel.de

Prof. Dr. Arno Drinkmann

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
arno.drinkmann@ku.de

Regina Eichinger-Schönberger, Diplom-Sozialpädagogin

Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, Kassel
AG Grüne Branche des NaSPro
Regina.Eichinger-Schoenberger@svlfg.de

Almut Eckhof

Projekt MAPS, Mut fördern e. V.
maps@mut-foerdern.de

Prof. Dr. Annette Erlangsen

Danish Research Institute for Suicide Prevention, Kopenhagen, Dänemark
Sprecherin des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des NaSPr
annette.erlangsen@regionh.dk

Dipl.-Psych. Georg Fiedler

Geschäftsführendes Mitglied des Vorstands
Deutsche Akademie für Suizidprävention (DASP)
Zweiter Sprecher der Steuerungsgruppe des NaSPro
office@dasp.de

Emilia Gögl, B. Sc.

Lehrstuhl für Medienpsychologie
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Mitglied AG Medien und Öffentlichkeitsarbeit im NaSPro
emilia.goegl@uni-wuerburg.de

Prof. Dr. Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank

Präsidentin, Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)
Ärztliche Direktorin der LVR-Klinik Köln
praesidentin@dgppn.de

Heidi Graf

Geschäftsführung, Beratungsstelle DIE ARCHE, Suizidprävention und Hilfe in Lebenskrisen e. V., München
h.graf@die-arche.de

Christin Janine Grevenhaus M.Sc.

Psychotherapeutin, Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Psychologischen Hochschule Berlin (PHB),AG Junge Menschen des NaSPro
jungemenschen@naspro.de

Prof. Dr. med. Winfried Hardinghaus

Chefarzt der Klinik für Palliativmedizin am Franziskus-Krankenhaus Berlin, Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin
Mitglied des Deutschen Ethikrates
hardinghaus@franziskus-berlin.de

Soeren Hauke

Geschäftsführung, Beratungsstelle Lichtblick Flensburg e. V.
Leitung der Landeskoordinationsstelle Suizidprävention Schleswig-Holstein
hauke@lichtblick-flensburg.de

Dr. Detlev Heiden

1. Vorsitzender des AGUS (Angehörige um Suizid) e. V.
detlev.heiden@agus-selbsthilfe.de

Dr. Christian Hetzel

Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation (iqpr) GmbH an der Deutschen Sporthochschule Köln
AG Grüne Branche des NaSPro
hetzel@iqpr.de

Mattis Hunting

Projekt MAPS, Mut fördern e. V.
maps@mut-foerdern.de

Dr. phil., Dipl.-Ing. Katharina König

Werner-Felber-Institut für Suizidprävention und interdisziplinäre Forschung im Gesundheitswesen e. V., AG Verfügbarkeit von Suizidmethoden und -mitteln
koenig@felberinstitut.de

Rebecca Lefèvre

Leitung Initiative Stille Stunde – Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen sichtbar machen, AG Neurodivergenz und neurologische Vielfalt des NaSPro
neurodivergenz@naspro.de

Prof. Dr. Ute Lewitzka

Professur für Suizidologie und Suizidprävention
Universitätsklinikum Frankfurt
Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention
lewitzka@med.uni-frankfurt.de

Prof. Dr. Reinhard Lindner

Geschäftsführende Leitung des NaSPro
Universität Kassel, Institut für Sozialwesen
leitung@naspro.de

Sibylle Löschber

Leiterin der Beratungsstelle neuhland, Berlin
neuhland Hilfe in Krisen gGmbH
beratungsstelle@neuhland.net

Dr. Maja Meischner-Al-Mousawi

Leiterin der BAG Suizidprävention im Justizvollzug
Kriminologischer Dienst Sachsen
maja.meischner-al-mousawi@jval.justiz.sachsen.de

Pamela Metzeler

AG „Erfahrene“ und Mitglied der Steuerungsgruppe im Nationalen Suizidpräventionsprogramm (NaSPro)
Deutsche Depressionsliga
m.pam@gmx.de

Sina Müller, M.A.

Deutsche Akademie für Suizidprävention, Kassel
NaSPro, Kassel
geschaeftsstelle@naspro.de

Ralf Palik, M.Sc.

Fachleitung JugendNotmail gGmbH, Berlin
JugendNotmail / KJSH-Stiftung
palik@jugendnotmail.de

Burghard Plemper

Journalist, Soziologe, Filmemacher
burkhard.plemper@t-online.de

Prof. Dr. Jo Robinson

President, International Association for Suicide Prevention (IASP)
jo.robinson@orygen.org.au

Prof. Dr. phil., Dipl.-Psych. Frank Schwab

Kommissarische geschäftsführende Leitung des NaSPro
Universität Würzburg, Fakultät für Humanwissenschaften, Institut Mensch-Computer-Medien, Medienpsychologie
frank.schwab@uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Barbara Schneider

Geschäftsführende Leitung des NaSPro
LVR-Klinik Köln, Universität Frankfurt
AG Gesundheitswesen des NaSPro
leitung@naspro.de

Dr. Uwe Sperling

Universitätsmedizin Mannheim, IV. Medizinische Klinik, Geriatrisches Zentrum
AG Alte Menschen des NaSro
Uwe.Sperling@umm.de

Prof. Dr. Tobias Teismann

Ruhr-Universität Bochum
Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit (FBZ)
Psychotherapie-Ambulanz für Erwachsene, AG Verfügbarkeit von Suizidmethoden und -mitteln
tobias.teismann@rub.de

Milena Wolf

Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben NRW, AG Neurodivergenz und neurologische Vielfalt des NaSPro
milena.wolf@ksl-arnsberg.de

Abstracts

Die Abstracts sind aufklappbar dargestellt. Dadurch bleibt die Programmseite trotz des umfangreichen Materials übersichtlich; sämtliche Inhalte stehen im HTML und sind ohne JavaScript zugänglich.

Vorträge

V1 Wen erreicht die Suizidprävention in Deutschland – und wen nicht?

Georg Fiedler, Reinhard Lindner, Sina Müller, Frank Schwab, Barbara Schneider

Deutschland verfügt über ein differenziertes System psychiatrischer, psychotherapeutischer und psychosozialer Versorgung sowie über Krisendienste und telefonische und digitale Hilfsangebote. Dennoch zeigen mehr als 10.000 Suizide jährlich und eine sehr viel höhere Zahl von Suizidversuchen, dass viele suizidgefährdete Menschen nicht oder nicht rechtzeitig erreicht werden.

Internationale und deutsche Studien weisen auf eine erhebliche Versorgungslücke hin. Ein beträchtlicher Teil der Menschen, die durch Suizid sterben oder einen Suizidversuch unternehmen, war zuvor nicht in psychiatrischer Behandlung. Andere hatten Kontakt zum Gesundheitssystem, ohne dass ihre Suizidalität erkannt wurde.

Der Vortrag fragt, wen die bestehenden Angebote erreichen und welche Menschen außerhalb ihrer Reichweite bleiben. Beschrieben werden mögliche Charakteristika der nicht erreichten Personen sowie mögliche Zugangsbarrieren, darunter fehlender wahrgenommener Hilfebedarf, Stigmatisierung, Scham, Angst vor Konsequenzen, mangelndes Vertrauen in psychiatrische Angebote und strukturelle Hürden.

Daraus ergeben sich Anforderungen an niedrigschwellige Zugänge, die Qualifizierung unterschiedlicher Berufsgruppen und ergänzende Wege.

V3 Nationale Rufnummer zur Suizidprävention: Aufbau, Erfahrungen und Herausforderungen

Prof. Annette Erlangsen PhD, Danish Research Institute for Suicide Prevention and University of Copenhagen, Denmark.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, dass Länder im Rahmen eines nationalen Plans für Suizidprävention eine Hilfslinie einrichten. In nahezu der Hälfte aller Länder weltweit gibt es entsprechende Rufnummern für Menschen mit Suizidgedanken. Viele dieser Hilfslinien werden von Freiwilligen betreut, obwohl auch professionell betriebene Angebote existieren. Die professionellen Hilfslinien ermöglichen eine direkte Vermittlung z.B. zu Terminen für therapeutische Gespräche.

Pro Jahr ist mit bis zu 225 anrufenden Personen bzw. 3500 Anrufen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Alter von 15 Jahren und älter zu rechnen. In einigen Ländern wird über Kapazitätsprobleme berichtet, d.h. dass nicht alle Anrufe entgegengenommen werden. Dies ist problematisch, falls die Rufnummer in den Medien als erste Anlaufstelle für suizidgefährdete Personen bekannt gemacht wird.

Personen, die wiederholt anrufen, werden als häufig oder täglich Anrufende bezeichnet. Verschiedene Strategien sind vorgeschlagen worden um die Anzahl der Anrufe dieser Personengruppe zu reduzieren. Die Wirksamkeit dieser Strategien ist jedoch bislang nicht hinreichend nachgewiesen.

Der Vortrag gibt einen Überblick über internationale Erfahrungen mit Hilfslinien zur Suizidprävention und diskutiert zentrale Herausforderungen.

V4 Methodenrestriktion und ihre Bedeutung in der Suizidprävention

Dr. Katharina König und Prof. Dr. Tobias Teismann

Abstract: Methodenrestriktion zählt zu den wirksamsten und zugleich am besten wissenschaftlich belegten Maßnahmen der Suizidprävention. Ziel ist es, den Zugang zu hochletalen Suizidmethoden zu erschweren oder zeitlich zu verzögern und dadurch suizidale Krisen zu überbrücken. Internationale Studien zeigen, dass Maßnahmen wie die Sicherung von Brücken und Bahnsteigen, der kontrollierte Zugang zu Medikamenten oder Schusswaffen sowie bauliche und organisatorische Veränderungen die Zahl der Suizide deutlich reduzieren, ohne dass es zu einer relevanten Verlagerung auf andere Methoden kommt. Der Vortrag gibt einen kurzen Überblick über die theoretischen Grundlagen und die aktuelle Evidenz zur Methodenrestriktion.

Kontakt: Katharina König, koenig@felberinstitut.de

V5 suiLearning: Grundkurs Suizidprävention im Gesundheitswesen

Sina Müller, Georg Fiedler, Frank Schwab, Barbara Schneider, Reinhard Lindner

Das vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Projekt suiLearning entwickelt ein interprofessionelles E-Learning-Programm zur Stärkung suizidpräventiver Kompetenzen verschiedener Berufsgruppen im Gesundheitswesen. Das Programm vermittelt wissenschaftlich fundiertes Wissen, fördert Handlungssicherheit im Umgang mit suizidalen Menschen und kombiniert moderne digitale Lernmethoden mit praxisnahen Inhalten. Die Entwicklung erfolgt gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis. Die Wirksamkeit des Programms wird im Rahmen einer randomisiert-kontrollierten Studie (RCT) mit über 500 Teilnehmenden evaluiert. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Projektkonzeption, den aktuellen Entwicklungsstand sowie das Evaluationsdesign und diskutiert das Potenzial digitaler Fortbildungsangebote für die Suizidprävention.

V6Suizidprävention in der Grünen Branche

Eichinger-Schönberger Regina1,3, Hetzel Christian2,3

1 Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, Kassel, Deutschland

2 Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation iqpr GmbH an der Deutschen Sporthochschule Köln, Köln, Deutschland

3 Arbeitsgruppe Suizidprävention in der Grünen Branche des Nationalen Suizidpräventionsprogramms (NaSPro), Kassel, Deutschland

Kontakt:

hetzel@iqpr.de und Regina.Eichinger-Schoenberger@svlfg.de

Internationale Studien zeigen eine erhöhte Suizidalität in der Landwirtschaft und assoziierten Berufsfeldern (kurz: grüne Branche) [1]. Für die grüne Branche in Deutschland gibt es keine Evidenz zu Suizidraten. Auch über auslösende Faktoren, Erscheinungsformen und individuelle Hintergründe von Suizidalität gibt es in diesem Kontext nur wenig Empirie [2–4]. Die Arbeitsgruppe Suizidprävention in der Grünen Branche des NaSPro setzt hier an und widmet sich insbesondere folgenden Fragen:

(1) Wie viele Suizide gibt es bei Personen in grünen Berufen und in der übrigen Bevölkerung?

(2) Wie nehmen Fach- und Beratungskräfte der grünen Branche das Thema Suizidalität in ihren Beratungen war?

(3) Welche Unterstützungsangebote zur Suizidprävention gibt es in der grünen Branche?

Für Menschen der grünen Branche im Speziellen sowie im ländlichen Raum im Allgemeinen gibt es Hinweise auf Unterinanspruchnahme und Unterversorgung von therapeutischen Angeboten bei psychischen Erkrankungen bzw. Krisen. Gleichzeitig sind die Professionen in (2) und (3) mehrheitlich therapiefern, aber wegen der oft langjährigen Bindung an die Höfe bedeutsame Gatekeeper.

(4) Wie können diese Gatekeeper unterstützt werden, damit sie zur Suizidprävention beitragen?

Für (1) wurden Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik Bayern 2017-2024 ausgewertet. Für (2) wurde eine Online-Umfrage unter 439 Fach- und Beratungskräfte der grünen Branche realisiert [5]. (3) und (4) sind Gegenstand laufender Arbeiten der genannten Arbeitsgruppe.

Für den Haupterwerbsbereich der grünen Branche zeigen sich erhöhte Suizidraten im Vergleich zur Bevölkerung. Fach- und Beratungskräfte nehmen Suizidalität als ein bedeutsames Thema wahr, das aber mit Unsicherheiten in der Ansprache verbunden ist. Die Arbeitsgruppe plant Schulungsmodule für Fach- und Beratungskräfte. In diesem Zusammenhang ist die bundesweite Krisenhotline der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) ein bedeutsames Angebot.

Literatur

1. Donohoe E, Camonita F, Tageo V et al. (2024) Mental health in agriculture: preventing and managing psychosocial risks for farmers and farm workers

2. Schneider B, Lindner R, Giegling I et al. (2021) Suizidprävention Deutschland - Aktueller Stand und Perspektiven. Universität Kassel, Kassel

3. Lochthowe T (2008) Suizide und Suizidversuche bei verschiedenen Berufsgruppen, Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

4. Heming M, Scheepers L, Schmidt-Stiedenroth K, Angerer P (2025) Mental health among farmers in Germany: a scoping review. Front Public Health 13:1701468. https://doi.org/10.3389/fpubh.2025.1701468

5. Hetzel C, Sänger N, Vees J, Eichinger-Schönberger R (2026) Suizidalität in der deutschen Landwirtschaft: Perspektiven von Fach- und Beratungskräften – eine Querschnittstudie. Präv Gesundheitsf. https://doi.org/10.1007/s11553-026-01315-x

V7 Quo vadis assistierter Suizid in Deutschland?

Reinhard Lindner, Kassel

Der assistierte Suizid, d.h. die Selbsttötung mit Hilfe Anderer ist eine Form suizidalen Handelns. Soweit die derzeit verfügbare empirische Datenlage eine Aussage zulässt, wird der assistierte Suizid besonders von hochbetagten, multimorbiden und oftmals depressiven und ängstlichen Personen durchgeführt, dabei deutlich häufiger von Frauen, verglichen mit der Geschlechterverteilung beim Suizid ohne Assistenz. Aktuelle Daten weisen auf eine zunehmende Inanspruchnahme assistierter Suizide sowie auf die zentrale Bedeutung psychischer Belastungen und die ausgeprägte Ambivalenz von Sterbewünschen hin. Vor diesem Hintergrund wird der assistierte Suizid nicht als ausschließlich autonomer Entschluss verstanden, sondern als Ausdruck vielfältiger psychosozialer Konflikte und Beziehungsmuster.

Gemäß dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 26.2.2020 ist die Assistenz beim Suizid nicht strafbar, ausgenommen es bestehen Einschränkungen der Freiverantwortlichkeit. Aus der Perspektive der Suizidprävention ergeben sich allerdings Fragestellungen, die weit über die Klärung des Begriffs der Freiverantwortlichkeit, seine Operationalisierung und Anwendung im Gespräch mit Menschen mit dem Anliegen eines assistierten Suizids hinausgehen: Welche gesellschaftlichen Implikationen verbinden sich mit einer möglichen gesetzlichen Regelung des Zugangs zum assistierten Suizid? Welche medizinischen und therapeutischen Möglichkeiten können Menschen in dieser Lebenslage angeboten werden und wo liegen ihre Grenzen?

Podiumsdiskussion

Suizidprävention ist nicht allein eine fachliche oder gesundheitspolitische Aufgabe. Sie berührt in grundlegender Weise die Frage, wie eine demokratische Gesellschaft ihrer öffentlichen Verantwortung für Teilhabe, Unterstützung und den Schutz besonders vulnerabler Menschen gerecht werden kann. Sie betrifft auch die Frage, welche Sicherheit eine Gesellschaft ihren Mitgliedern in schweren Krisen zu geben bereit ist. Wo Menschen in schweren Krisen nicht oder nicht rechtzeitig erreicht werden, zeigen sich nicht nur Versorgungsdefizite, sondern auch Herausforderungen gesellschaftlicher Integration und öffentlicher Verantwortung.

Vor diesem Hintergrund ist Suizidprävention als gesamtgesellschaftliche und politisch zu gestaltende Aufgabe zu verstehen. Erforderlich sind verlässliche Strukturen, ressortübergreifende Zusammenarbeit, eine Verbesserung der Erreichbarkeit von Hilfen sowie eine nachhaltige institutionelle Verankerung suizidpräventiver Maßnahmen.

Workshops

W1 Strategien zur Erhöhung der Reichweite suizidpräventiver Maßnahmen

Moderation: Georg Fiedler

In diesem Workshop wird der Input des Vortrags “V1 Wen erreicht die Suizidprävention in Deutschland – und wen nicht?” diskutiert.

W3 Wie können die bestehenden Angebote der telefonischen und onlinebasierten Suizidprävention in eine bundesweit einheitliche Rufnummer zur Suizidprävention einbezogen werden?

Moderation: Barbara Schneider, Georg Fiedler

In diesem Workshop wird der Input des Vortrags “V3 Nationale Rufnummer zur Suizidprävention: Aufbau, Erfahrungen und Herausforderungen” diskutiert.

W5 Wie kann das Lernprogramm suiLearning im Gesundheitswesen implementiert werden?

Moderation: Reinhard Lindner

In diesem Workshop wird der Input des Vortrags “V5 suiLearning: Grundkurs Suizidprävention im Gesundheitswesen” diskutiert.

W6Suizidprävention in der Landwirtschaft- Transfer in den ländlichen Raum?

Eichinger-Schönberger Regina, Hetzel Christian

Basierend auf den Vortrag: „Suizidprävention in der grünen Branche“ soll die Diskussion angeregt werden, wie können Erkenntnisse aus Praxis und Wissenschaft, die im Kontext der Grünen Branche (Landwirtschaft, Weinbau, Gartenbau, Forsten etc.) erworben wurden, auch Erkenntnisse sein, die der Suizidprävention im ländlichen Raum neue Impulse bietet.

Welche konkreten Erkenntnisse über:

· Lebenswelten

· Arbeitslasten

· Versorgungssituation

· Etc.

erfordern angepasste Handlungskonzepte, um Suizidprävention bei den Menschen der Grünen Branche ankommen zu lassen. Und diese Erkenntnisse können auch das Angebot zur Suizidprävention für Menschen im ländlichen Raum generell mit neuen Impulsen erweitern.

W7 Wie kann die Suizidprävention eine Alternative zur Suizidassistenz etablieren?

Moderation: Frank Schwab

Der assistierte Suizid wird durch einprägsame Botschaften wie „Mein Tod gehört mir“, professionelle Öffentlichkeitsarbeit und erhebliche finanzielle Mittel zunehmend im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert. Die Suizidprävention verfügt bislang weder über eine vergleichbare öffentliche Sichtbarkeit noch über ähnlich prägnante Botschaften und ausreichende Ressourcen.

Im Workshop soll diskutiert werden, wie Suizidprävention als eigenständige und glaubwürdige Alternative zur Suizidassistenz stärker wahrnehmbar werden kann. Welche Aussagen vermitteln verständlich, dass Selbstbestimmung auch voraussetzt, Krisen, Abhängigkeiten und soziale Bedingungen ernst zu nehmen? Wie können Gespräche, verlässliche Beziehungen und erreichbare Unterstützungsangebote öffentlich überzeugend dargestellt werden? Gemeinsam sollen zentrale Botschaften, geeignete Kommunikationsformen und konkrete Ansätze für eine wirksamere Öffentlichkeitsarbeit entwickelt werden.

W8 Register zur Erfassung und Analyse assistierter Suizide (RegAS)

Claudia Bausewein

Ort: Raum 2

Im Jahr 2020 hat das Bundesverfassungsgericht den §217 StGB für nichtig erklärt und das Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben und die Hilfe durch Dritte bestärkt. Damit ist die Suizidassistenz in Deutschland nicht mehr gesetzlich eingeschränkt. Seit dem Urteil ist ein kontinuierlicher Anstieg von assistierten Suiziden zu beobachten. Allerdings fehlen belastbare, bundesweit vergleichbare Daten zur Praxis assistierter Suizide.

Um diese relevante Datenlücke für Epidemiologie, Gesundheitsberichterstattung und Versorgungsentwicklung zu schließen, wurde mit Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit ein bundesweites Register zur Erfassung assistierter Suizide entwickelt. Als Grundlage für die Entwicklung des standardisierten Befragungsinstruments für die Datenerhebung diente ein Mixed-Methods-Ansatz mit einem Scoping Review der internationalen Berichterstattung über assistierte Suizide und assistiertes Sterben sowie ein Delphi-Verfahren mit Expert:innen. Es liegt ein konsentierter Kerndatensatz vor, der medizinische, psychosoziale und versorgungsbezogene Merkmale umfasst und eine differenzierte epidemiologische Beschreibung ermöglicht.

Nach dem Aufbau einer datenschutzkonformen technischen Infrastruktur soll das Register Ende September 2026 freigeschaltet werden. Im Weiteren sind eine formative Evaluation (Nutzer:innenbefragung, Web-Analysen, qualitative Interviews), eine Analyse von Barrieren und förderlichen Faktoren für Implementierung und Verstetigung sowie die Einbindung in bestehende Versorgungs- und Berichtsstrukturen geplant.

Ein bundesweites Register kann dazu beitragen, den Umgang mit Suizidassistenz besser zu verstehen und die Versorgung evidenzbasiert weiterzuentwickeln – durch mehr Transparenz, bessere Daten und eine fundierte Entscheidungsbasis.

Im Workshop wird die Entwicklung des Registers, dessen Inhalte und weitere Fragen der Implementierung diskutiert.

W10 Zwischen Vertrauen und Verantwortung: wenn Minderjährige Suizidgedanken offenbaren - Rechtliche und emotionale Herausforderungen und der Umgang mit möglichen Dilemmata

Ralf Palik, Sibylle Löschber

In der Arbeit mit Minderjährigen geraten wir nicht selten in die Situation, dass uns Suizidgedanken unter dem Deckmantel des Schweigens offenbart werden. Schnell kann man so in ein Dilemma geraten: Folgt man der Bitte des jungen Menschen um Vertraulichkeit, oder zieht man die Sorgeberechtigten oder ggf. weitere externe Unterstützungsangebote hinzu? Wie lange dürfen wir Inhalte aus diesen Gesprächen für uns behalten? Riskieren wir bei vorschneller Offenbarung anderen gegenüber der Beziehung zum Jugendlichen? Oder verbietet es unsere Rolle beim Thema Suizidalität, dem Wunsch nach Wahrung der Schweigepflicht nachzukommen?

Der Workshop greift anhand einer Fallvignette die unterschiedlichen rechtlichen, fachlichen und emotionalen Aspekte solcher Entscheidungen auf und soll dabei helfen, Handlungsstrategien für den professionellen Umgang mit suizidalen Minderjährigen zu entwickeln.

W11 Sensible fiktionale Narration: Wenn Suizidprävention und Filmproduktion kooperieren am Beispiel von „Flügel aus Beton“

Frank Schwab

Wie lässt sich ein sensibles Thema wie Suizidalität im fiktionalen Film dramaturgisch so umsetzen, dass Nachahmungseffekte vermieden und stattdessen vielleicht sogar präventive Impulse gesetzt werden? Anhand konkreter Erfahrungen aus der beratenden Begleitung des Films „Flügel aus Beton“ gibt dieser Workshop Einblick in den intensiven Austausch zwischen Fachberatung, Drehbuchautorin, Redaktion und Produktionsteam. Im gemeinsamen Dialog mit den Teilnehmenden wird diskutiert, wie eine verantwortungsvolle Narration gelingen kann, ohne die künstlerische Glaubwürdigkeit und dramatische Kraft filmischer Erzählungen zu opfern.

W12 Crossmedia in der Suizidprävention – Eine Kampagne zum Welttag der Suizidprävention (WSPD 2026)

Moderation: Frank Schwab

Nach der Kampagne ist vor der Kampagne: Dieser praxisnahe Workshop beleuchtet die Entstehung und das erfolgreiche Rollout der crossmedialen WSPD-2026-Kampagne „Deine Geschichte ist nicht zu Ende“, die am Lehrstuhl für Medienpsychologie der Universität Würzburg im Auftrag der AG Regionale Netzwerke entwickelt wurde. Anhand konkreter Medienprodukte – von altersdifferenzierten Plakaten über Social-Media-Serien und Podcast-Einspieler bis hin zu Radio- und Zeitungsbausteinen – wird diskutiert, wie eine breite Sensibilisierung und Entstigmatisierung über verschiedene Kanäle gelingen kann. Im Austausch mit den Teilnehmenden steht die Frage im Vordergrund, wie solche strategischen Ansätze für die Zukunft weitergedacht und wirksam in die Praxis transferiert werden können.

W13 Wie könnte gute Suizidprävention für ältere Menschen aussehen?

Arno Drinkmann, Uwe Sperling

Nach einer kurzen Einführung zu Häufigkeiten von Suiziden und dem Status Quo der Suizidprävention in der stationären Altenpflege tauschen sich die Teilnehmenden in einem World-Café darüber aus, welche Elemente sie in einen Leitfaden zur Suizidprävention für solche Einrichtungen aufnehmen wollen. In der abschließenden Sichtung und Diskussion wird auch der Frage nachgegangen, wie die gewonnenen Ergebnisse auf Bereiche außerhalb der stationären Pflege übertragen werden können.

W14 Suizidprävention auf kantonaler Ebene – Erfahrungen aus dem Kanton Zürich (Schweiz)

MSc. Martina Blaser, Leitung Programm Suizidprävention Kanton Zürich

Seit 2015 verfolgt der Kanton Zürich ein direktionsübergreifendes Programm zur Suizidprävention mit dem langfristigen Ziel, Suizide und Suizidversuche zu reduzieren. Der Workshop gibt einen Einblick in die direktionsübergreifende Organisation, Koordination und Umsetzung dieses kantonalen Programms. Ausgehend von den vier Handlungsfeldern Information und Vernetzung, Einschränkung von Suizidmethoden, Früherkennung und Frühintervention sowie Betreuung und Behandlung werden ausgewählte Massnahmen und Erfahrungen aus der Praxis vorgestellt. Ein besonderer Fokus liegt auf der Zusammenarbeit der Akteure, der kommunalen Suizidprävention, der Sensibilisierung von Fachpersonen sowie der Kampagne für Jugendliche und junge Erwachsene im Kanton Zürich.

Der Workshop soll als Austauschformat dienen. Neben der Vorstellung ausgewählter Erfahrungen aus dem Kanton Zürich liegt der Fokus auf dem gegenseitigen Austausch zu Erfolgsfaktoren, Herausforderungen und unterschiedlichen Ansätzen der Suizidprävention."

W15„Gefunden!“ - Suizidpräventive Hilfsangebote schnell und passgenau finden

Referierende:

Mattis Hunting, Almut Eckhof

Deutschland fehlt eine zentrale Übersicht zu suizidpräventiven Hilfsangeboten. Deshalb bauen wir den Suizidpräventions-Atlas. Das Ziel: EIN Ort im Netz für Suizidprävention. Alle deutschen Hilfsangebote auf einer digitalen Karte. Zielgenau filtern und schnell Hilfe finden. Für Betroffene, Angehörige und beruflich Helfende. Um den Atlas noch besser zu machen, freuen wir uns auf Ihre Expertise: Wo finden Menschen mit Suizidgedanken schnelle und passgenaue Hilfe? Wo können Angehörige Fragen stellen? Wie finden beruflich Helfende passende Angebote vor Ort? In diesem Workshop werfen wir gemeinsam einen Blick auf die deutsche suizidpräventive Versorgungslandschaft. Wir hinterfragen, wie Menschen analog und digital wirklich nach Hilfe suchen - und sie auch finden. Wir sprechen über Hürden der einzelnen Zielgruppen und ihre erfolgreiche Ansprache. Wir klären Vor- und Nachteile der Versorgungslandschaft in einer Kartenansicht. Wir, der Verein Mut fördern e.V. und die Universität Leipzig, wurden vom Bundesministerium für Gesundheit mit dem Projekt „MAPS – Mapping Care and Needs" beauftragt (Laufzeit 07/2025–06/2028), erstmals suizidspezifische Hilfs- und Beratungsangebote bundesweit zu mappen und mit einer Bedarfsanalyse aus Sicht von Betroffenen, Angehörigen, Fachkräften und Stakeholdern zu verbinden.

Zurzeit steht der Atlas noch am Anfang. Gerade deshalb kann Ihre Workshop-Teilnahme umso mehr bewirken! Helfen Sie mit, Suizidprävention in Deutschland digitaler aufzustellen und Menschen schneller Hilfe zu vermitteln.

Wir freuen uns auf den Austausch und Ihr Mitgestalten.

Arbeitsgruppen des NaSPro

N1 Die AG Alte Menschen im NaSPro

Arno Drinkmann, Uwe Sperling

„Der Suizid trägt die Handschrift des Alters“ – diese Überschrift ist für Deutschland nach wie vor kennzeichnend. Das gilt es anhand aktueller epidemiologischer Daten zu untermauern. Zudem sollen neuere Trends benannt werden, die sich im Hinblick auf die Entwicklung bei Suiziden abzeichnen – vor allem im Alter und bei Frauen.

Anschließend wird die AG ‚Alte Menschen‘ vorgestellt, und zwar anhand ihrer Arbeit, ihrer Produkte und ihrer Mitglieder. Von besonderem Interesse wird dabei die gerade stattfindende inhaltliche Neuausrichtung der AG-Arbeit sein. Zwei künftige Schwerpunkte werden im Bereich „Suizidprävention in der Altenhilfe/Altenpflege“ und in einer „Stellungnahme zum assistierten Suizid“ liegen.

N2 Aktuelles aus der BAG Suizidprävention im Justizvollzug

Maja Meischner-Al-Mousawi,

Die Suizide im Justizvollzug sind weiterhin auf einem hohen Stand, insbesondere die Suizide von ausländischen Inhaftierten. Die aktuellen Daten aus der Totalerhebung sowie die Aktivitäten der BAG im letzten Jahr werden vorgestellt.

N3 Junge Menschen im Fokus der Suizidprävention: Die Arbeit der AG Junge Menschen im NaSPro

Christin Janine Grevenhaus

Der Vortrag gibt einen Einblick in die aktuelle Arbeit der AG Junge Menschen des NaSPro und zeigt, welche Themen und Fragestellungen die AG derzeit beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen sowie die Frage, wie Suizidprävention dort gestärkt werden kann. Ausgehend von aktuellen Bedarfen entwickelt die AG konkrete fachliche Projekte und Materialien, die im Vortrag vorgestellt werden. Dabei wird veranschaulicht, welchen Beitrag die AG zur Suizidprävention bei Kindern und Jugendlichen leisten möchte.

N4 Raus aus der Hürde, rein in den Kontakt: Erfahrungswissen für eine zugängliche Suizidprävention

Pam Metzeler

Hilfsangebote zur Suizidprävention verweisen häufig standardmäßig auf Notfallnummern und Seelsorge. Für akut betroffene Menschen existieren jedoch oft hohe emotionale und praktische Hürden, diese Angebote tatsächlich zu nutzen. Oft fehlt es an konkreten Ideen, wie das eigene Erleben überhaupt formuliert werden kann – oder an der Sicherheit, ohne Stigmatisierung und ungewollte Reaktionen verstanden zu werden.

Die AG „Erfahrene“ im Nationalen Suizidpräventionsprogramm (NaSPro) bringt die Expertise ehemals suizidgefährdeter Menschen direkt in die Präventionsarbeit ein. Der Vortrag gibt Einblicke in die aktuelle Arbeit der AG: Von der triggerfreien Gestaltung von Informationsmaterialien über die Analyse typischer Kommunikationshürden bis hin zur Entwicklung neuer Ansätze (z. B. niederschwellige Online-Konzepte und Umfragen zu den Reallabor-Bedarfen Betroffener). Zudem wird aufgezeigt, wie aus der Erfahrung heraus Wege aus der Isolation gebahnt, Sprachfähigkeit gefördert und stellvertretende Hoffnung vermittelt werden kann.

N5 Medien Suizidprävention in der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit

Frank Schwab,...

Die Arbeitsgruppe „Suizidprävention in der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit“ des Nationalen Suizidpräventionsprogramms (NaSPro) stellt ihre aktuellen Aktivitäten und zukünftigen Vorhaben vor. Im Mittelpunkt stehen Strategien für eine verantwortungsvolle mediale Darstellung von Suizidalität, die Entwicklung evidenzbasierter Medienempfehlungen sowie Kooperationen mit Journalist, Film- und Medienschaffenden. Darüber hinaus werden laufende Forschungsprojekte, Transferaktivitäten und Perspektiven für die Weiterentwicklung der Medienarbeit in der Suizidprävention vorgestellt.

N6 Selbsthilfe von und für Suizidbetroffene durch AGUS

Detlev Heiden

Als Netzwerk von bundesweit mittlerweile mehr als 120 Selbsthilfegruppen unterstützt der AGUS (Angehörige um Suizid) e. V. seit drei Jahrzehnten Suizidbetroffene. Spürbar veränderte gesellschaftliche Wahrnehmungen von Suizid und Hinterbliebenen, neue Erwartungen akut Betroffener sowie das konsequentere Zusammendenken von Postvention und Prävention stellen AGUS vor Herausforderungen, die ebenso skizziert werden sollen wie Struktur und Ausbaunotwendigkeiten unserer Angebote.

N7 Regionale Netzwerke Suizidprävention – Stand und Entwicklung in Deutschland

Heidi Graf, Soeren Hauke

Seit einigen Jahren bilden sich regionale Verbünde zur Suizidprävention in Deutschland, diese sind in einer Arbeitsgruppe des NaSPro vernetzt.

Es wird dargestellt, welche es momentan gibt und woran das Netzwerk aktuell arbeitet.

N8 AG-Grüne Branche

Eichinger-Schönberger Regina, Hetzel Christian

Die Arbeitsgruppe Grüne Branche stellt die Besonderheiten der Zielgruppe, sowie die Besonderheiten zur Suizidprävention in der Grünen Branche vor. Es gibt einen kurzen Rückblick zur Entwicklung der Arbeitsgruppe, sowie einen Einblick in ihre aktuelle Arbeit und Zielsetzung und einen Ausblick auf weitere geplante Maßnahmen.

N9 Neurodivergenz & Neurologische Vielfalt

Rebecca Lefèvre, Milena Wolf,

Abstract: Suizidprävention beginnt nicht erst in der akuten Krise. Der Vortrag zeigt, wie Barrieren, fehlende Diagnostik, ungeeignete Versorgung und wiederholte Erfahrungen des Gaslighting sowie invisible Barrieren Risiken verstärken können.

Wirksame Prävention muss früher ansetzen – und die menschliche, gesellschaftliche und politische Anerkennung ist Fundament.

N10 Verfügbarkeit von Suizidmethoden und -mitteln

Katharina König, Tobias Teismann

Diese Arbeitsgruppe befasst sich mit der Verfügbarkeit von Suizidmethoden und -mitteln. Im Fokus stehen technische Aspekte der Suizidprävention, welche bei Bauwerken (Gebäuden, Brücken, Straßen, Bahngleisen und Bahnhöfen, Justizvollzugsanstalten etc.) beachtet werden sollten. Darüber hinaus betrifft dies auch die Konstruktion technischer Geräte (z.B. hinsichtlich Autoabgasen) sowie die Verfügbarkeit von Waffen und Gefahrstoffen, wie auch pharmazeutischen Wirkstoffen (Medikamenten), sowie die Kontrolle von deren Verbreitung.